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Warum ein Patron?

Warum überhaupt einen Namenspatron?

Ein Namenspatron dient als Identifikationspunkt für verschiedene Gruppen: aktuelle Studenten, Alumni, Professoren und Bürger der jeweiligen Region. Nur wenn alle diese Gruppen zusammenarbeiten, kann eine Universität im globalen Wettbewerb um Studenten und Forscher langfristig erfolgreich sein. Um diese Funktionen erfüllen zu können ist es notwendig, eine herausragende Persönlichkeit aus der Vergangenheit als Patron zu haben. Diese Person sollte sich um die Hochschule und die Region Verdienste erworben haben, aber auch darüber hinaus gewirkt haben.

Ein Namenspatron bietet im Alltagsleben (Abkürzungen, studentische Medien, Merchandising) viele Anknüpfungspunkte für Identifikation. Auch in der großen Politik bietet dies Vorteile. Denn eine „Max-Mustermann-Universität“ ist immer schwerer zu schließen/zu fusionieren als eine „Universität Musterstadt“, eben weil die Identifikation höher ist.

Aber Harvard und Oxford haben doch auch keine Namensgeber?

Ganz davon abgesehen, dass Harvard durchaus einen Namenspatron hat (nämlich John Harvard) ist es erstens vermessen, Harvard/Oxford und Greifswald in Bezug auf ihre Bekanntheit zu vergleichen. „Harvard“ oder „Oxford“ sind global bekannte Markennamen, was „Greifswald“ einfach nicht ist. Ein Namenspatron hingegen kann gerade überregional einen solchen Prozess unterstützen. Auch in jüngerer Zeit haben sich Universitäten in Deutschland (Düsseldorf oder Oldenburg) ganz bewusst einen Namenspatron gesucht.

Zweitens muss auch im angelsächsischen Raum differenziert werden. Einmal haben bspw. in Oxford die Colleges Namenspatrone und diese sind dort ein erheblicher Punkt der Identitätsbildung. Zudem gibt es eben auch im angelsächsischen Raum äußerst prominente Hochschulen mit Namenspatronen (Harvard, Dartmouth, Brown). Die einfache Gleichung „Namenspatron= altmodisch, provinziell“ und „kein Namenspatron= modern, international“ ist dementsprechend abzulehnen.

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7 Kommentare leave one →
  1. Sebastian permalink
    26. November 2009 08:34

    niemand hat grundsätzlich was gegen Namenspatrone…

  2. Leno permalink
    3. Dezember 2009 14:36

    Als die vom Debattierclub Greifswald veranstaltete Diskussion im Audimax war wurde auch von den Pro-Arndtlern erklärt, dass der Name „Ernst-Moritz-Arndt-Universität“ ein „Markenname“ wäre. Das widerspricht dem Text oben.

    • Henning permalink
      3. Dezember 2009 21:03

      Hallo Leno,
      im Text oben wird angesprochen das lediglich „Greifswald“ kein Markenname ist.

      Während der Debatte wurde u.a. begründet das wir den Namen: „Ernst Moritz Arndt Universität“ als Identifikationspunkt bzw. Markennamen erhalten müssen.
      Ich wüsste nicht inwiefern das obigem Text widersprechen sollte.

  3. Jan permalink
    8. Dezember 2009 10:21

    Ich habe hier in den Kommentaren schon 2x gefragt, wer denn die „Gleichung“ „Namenspatron= altmodisch, provinziell“ und „kein Namenspatron= modern, international“ aufstellt. Das wurde nicht beantwortet – stattdessen sind inzwischen beide Kommentare weg, wieso eigentlich? Daher muss ich mir wohl selbst antworten: Mit diesem Eintrag „Warum überhaupt ein Namenspatron“ wird suggeriert (da er eben auf der Pro-Arndt-AG-Seite steht), wer gegen Arndt ist, sei gegen einen Namenspatron bzw. wer für einen Patron ist, sollte für Arndt sein. Das ist gerade unter dem Gesichtspunkt geradezu ironisch, dass ja von Arndt-Befürwortern der U.-o.-A.-Initiative ständig Populismus vorgeworfen wird. Was ist denn bitte der Eintrag hier?

    • Arndt-AG permalink
      8. Dezember 2009 12:18

      Keiner bestreitet dass die U-o-Arndt Initiative sich ausschließlich gegen unseren bisherigen Namenspatron richtet. Da sie aber keinerlei Bemühungen unternehmen einen würdigen Nachfolger zu finden und trotzdem Arndt „so schnell wie möglich loswerden“ wollen, ist es recht unrealistisch, dass in nächster Zeit ein Ersatzname kommen wird. Wer also gegen Arndt stimmt, stimmt auch gegen einen Patron an sich. Denn ein Nachfolger, sollte er ernsthaft nötig sein, muss erstmal das Format erreichen, dass Arndt durch sein Schaffen und seine hiesige regionale Bedeutung hatte.

      • Jan Steyer permalink
        16. Dezember 2009 00:53

        Es verhält sich ein klein bißchen anders, als von euch suggeriert: Erst die Ablegung des Interimsnamenspatrons, der uns 1933 vorgesetzt wurde, eröffnet den diskursiven Raum, sich einen würdigen, allseits akzeptierten Namenspatron mit Vorbildfunktion zu suchen. Das soll, wenn es nach der „Initiative Uni ohne Arndt“, in einem demokratischen Namensfindungsprozeß stattfinden.

        Was ihr hingehen macht, ist die absolut lächerliche Parole auszugeben, daß es beim Wegfall des bisherigen Namensgebers plötzlich gar keinen Namen mehr gäbe.

        Einen besseren Namenspatron als Ernst Moritz Arndt läßt sich problemlos finden. Moderne Universitäten wie Düsseldorf (Heinrich Heine Universität) und Oldenburg (Carl von Ossietzky Universität) zeigen, daß solch ein Bemühen sich letztendlich auch lohnt.

  4. Marco W. permalink
    11. Januar 2010 20:08

    @Jan,

    ihr geht immer davon aus, dass ihr das Geschehen nach der Ablegung des Namens bestimmen könntet. Ihr geht auch immer davon aus, dass ihr bestimmen könntet, wie die Ablegung des Namens erfolgt. Also ob „ad hoc“ oder in einem Zeitraum von fünf bis zehn Jahren.

    Tatsächlich verhält es sich aber so, dass der Senat gegenüber den Studenten das Vetorecht inne hat. D.h. der Senat entscheidet, ob ein neuer Name kommt oder nicht und es ist auch der Senat, der entscheidet, ob der Name EMA abgelegt wird, oder nicht.

    Und wenn der Name weg ist, so gibt es in der Regel sofort neue Briefköpfe. Kostet also Geld.
    Wenn ihr danach einen neuen Namensfindungsprozess einleitet und angenommen der Senat würde darauf eingehen, dann würde diese erneute Umbenennung erneut Geld kosten, weil dann wieder die Briefköpfe ausgetauscht werden müssten (Es ist per Gesetz geregelt, dass von dem Tag an, wo ein öffentliches Gebäude einen anderen Namen als den bisherigen trägt, dieser auch zumindest neue Schilder haben muss. Des weiteren müssen auch die Einträge im Postleitzahlenbuch, Telefonbuch usw. verändert werden)

    Was ihr fordert sind im Kern zwei Namensgebungsprozesse:
    Zuerst die Ablegung des Namens.
    Dann die neue Namensfindung.

    Außerdem finde ich es nicht besonders demokratisch, dass ihr die Bevölkerung im Ablegungsprozess bewusst nicht beteiligen wolltet (weil das ja eine Universitätsinterne Angelegenheit sei), ihr dann plötzlich beim neuen Namen die Bevölkerung mit einbeziehen wollt.
    Diese Verfahrensweise lässt bei mir die Vermutung nahe treten, dass es ihr befürchtet, dass die Bevölkerung euch hätte überstimmen können.

    Immerhin hat der Senat die Bevölkerung mit einbezogen.

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