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Nach der Urabstimmung

Am heutigen Tage hat die Senatskommission ihre Ergebnisse vorgelegt. In einer Erklärung heißt es unter anderem:“In ihrer abschließenden Sitzung am 27. Januar 2010 debattierte die Kommission über die Frage, ob die Kommission eine konkrete Empfehlung an den Senat abgeben sollte und welche Wirkung damit verbunden wäre. Eine Abstimmung darüber, ob die Kommission durch ein Votum eine Empfehlung an den Senat abgeben sollte, ergab 4 JA- und 4 NEIN-Stimmen. Die übrigen zwei Kommissionsmitglieder konnten an der Sitzung nicht teilnehmen. Die Kommission gibt somit insgesamt – entgegen ihrem Arbeitsauftrag – keine abschließende Empfehlung an den Senat.”Nun muss der Senat also abschließend entscheiden. Wir danken der Kommission für ihre Arbeit in den letzten Monaten! Sie hat dazu beigetragen, das Niveau der Debatte auf wissenschaftlicher Ebene zu halten soweit es noch möglich war. Wir sind weiterhin überzeugt, dass egal wie der Senat nun entscheidet, er die zu diesem Zeitpunkt richtige Enscheidung fällen wird.

Ergebnis: 49,9% für die Beibehaltung, 43,4% gegen die Beibehaltung, 5,7% Enthaltung, 1% ungültig

Wir danken allen Wählern der Urabstimmung dafür, dass sie ihre Stimme in so großem Maße wahrgenommen haben. Das Ergebnis ist zwar (mit 6,5%) noch einigermaßen eng, zeigt aber auch dass es keine Mehrheit für eine Namensablegung gibt. Die Behauptung, der Wahlzettel sei mißverständlich gewesen, sehen wir als ungerechtfertigt. Es ist schade, dass auf diese Weise versucht wird, eine demokratische Entscheidung zu relativieren.

Eine erneute Abstimmung kann auch nicht die Lösung sein, da bereits die massive Wahlbeteiligung mit diesem Ergebnis zeigt, dass endlich (wie seit Monaten von der Uni-ohne-Arndt geplant) eine Entscheidung der Studenten getroffen wurde. Die 22% Wahlbeteiligung sind repräsentativer als jede Abstimmung, die zu dem Thema je stattgefunden hat. Gerade aus diesem Grunde sollte das Ergebnis auch akzeptiert werden.

Die Entscheidung für die Universität muss der Senat Ende März treffen, wir Studenten sollten nun aber für uns dieses Abstimmungsergebnis ernst nehmen. Es ist eine Beleidigung für jeden Wähler, wenn seine Stimme am Ende gar keine Bedeutung hat, nur weil die Abstimmung nicht so ausgeht, wie von den Initiatoren gewollt.

Es ist aber durchaus positiv zu bewerten, dass so viele Studenten ihr Wahlrecht wahrgenommen haben. Die politische Verdrossenheit, die Studenten immer nachgesagt wird, ist also bei Entscheidungen, die von allgemeinem Interesse nicht ganz so massiv wie bei allgemeiner Hochschulpolitik bisher.

11 Kommentare leave one →
  1. Jan Steyer permalink
    17. Januar 2010 14:43

    Pressemitteilung der Initative Uni ohne Arndt zum Ausgang der Urabstimmung ist hier zu finden: http://jabbusch.tose.de/uniohnearndt/2010/01/rege-beteiligung-an-studentischer-urabstimmung-studierende-sprechen-sich-fur-namensbeibehaltung-aus/

  2. 17. Januar 2010 19:06

    Wie ernst die Initiatoren der UoA das von ihnen nicht gewollte Abstimmungsergebnis nehmen, sieht man ja an einer gewissen Umdeutung in den Mitteilungen und Kommentaren zbs beim Webmoritz. Ich finde dieses Verhalten recht peinlich …

    Meinen Glückwunsch zum Ergebnis der Urabstimmung.

  3. Martin permalink
    18. Januar 2010 09:08

    Vielen Dank Leute,

    diese Demagogoie sollte jetzt eigentlich beendet sein. Der wahre Demagoge schlägt jedoch erst jetzt zu. Die UoA versucht weiterhin Druck auszuüben und „interpretiert“ das Ergebnis der „eigenen“ Abstimmung solange bis es peinlich wird. Jetzt die Fragestellung verantwortlich zu machen, wie von S. Jabusch versucht, ist der Gipfel der Lächerlichkeit. Seit Monaten ging es um nichts anderes, selbst Bürger ohne Internetanschluss und Wahlrecht wussten besser Bescheid als Jabbusch es jetzt hier Studenten unterstellt.
    Lasst das Ergebnis der bisher ersten und hoffentlich auch letzten demokratischen Meinungsfindung nicht ungehört. UoA hätte das Ergebnis mit Sicherheit als Druckmittel genutzt und es als Meinung der Studierendenschaft dargestellt. Wenn es andersrum ausgegangen wäre. Dafür darf jeder der es sehen möchte nun erkennen wie UoA das Ergebnis faktisch ignoriert.

  4. Jan Steyer permalink
    18. Januar 2010 20:34

    @ Martin, @ Matthias Hühr:
    Die Initiative Uni ohne Arndt steht voll hinter der Abstimmungsentscheidung (siehe Pressemitteilung). Wir haben diese Abstimmung am Freitag verloren. Uns hier „Demagogie“ zu unterstellen oder eine „Uminterpretation“ des Ergebnisses, finde ich ziemlich dreist von euch. Das Ergebnis zeigt sehr deutlich, daß die Studierendenschaft in der Frage Universitätsnamen (und damit der Person Arndt) ziemlich gespalten ist. 49%, die sich gegen eine Umbenennung aussprechen, ist jedenfalls keine wirklich deutliche Mehrheit; dagegen stehen 43%, die mit dem Namen Arndt nicht mehr einverstanden sind. – Diese faktische Spaltung innerhalb der Studierendenschaft solltet ihr endlich mal zur Kenntnis nehmen. Es kann doch nicht sein, daß der Name einer Universität derart spaltet; ein Uniname sollte doch vielmehr die Universität einen!

    Uns ging es bei der Abstimmung stets darum (und das haben wir auch überall so kommuniziert), ein eindeutiges und aussagekräftiges Votum zu erhalten, daher unser Wahlziel 60%. Nur ein solches Votum (pro oder contra Namensumbenennung) hätte die kommende Senatsentscheidung nachhaltig beeinflussen können (siehe Aussagen von Prof. Schafmeister, der Senatsvorsitzenden). Durch das jetzige Votum (das wahrscheinlich weder ihr noch ich vorhergesehen hatten) jedenfalls haben die Studierenden die Entscheidung über den Namen aus der Hand gegeben und an den Senat weitergereicht – ohne weitere Interventionsmöglichkeiten. Es liegt ergo nun allein am Senat, wie die Uni künftig heißt.

    Eure polemischen Angriffe auf Sebastian sind doch oberpeinlich und zeigen, daß es euch überhaupt nicht um die Sachfrage ging/geht, sondern um Polemik gegen Sebastian.

  5. Jan permalink
    19. Januar 2010 11:13

    Hallo allerseits! Habe grade folgenden Kommentar auf UoA.de als Antwort auf folgenden Kommentar zum Abstimmungsergebnis von Fiete Kalscheuer hinterlassen:
    „Das hat natürlich eine fatale Außenwirkung: Die Greifswalder Studenten stimmen für den Nazi-Namen ihrer Uni. So etwas hat es in den letzten 60 Jahren nicht gegeben. Eine rechte Uni im rechten Nordosten des Landes. Attraktiver wird dadurch Greifswald sicher nicht. Schade.
    Ich wünsche der Uni-ohne-Arndt-Kampagne weiterhin viel Erfolg!“

    Meine Antwort, die ich hier veröffentliche, weil ich befürchte, dass sie bei UoA.de zensiert werden wird:

    Dir ist wohl nicht mehr zu helfen. Wie man von einer rechten Uni sprechen kann ist mir unbegreiflich. Die Gleichung Arndt=Nazi => Arndtbefürworter =Nazi geht nicht auf und ist schlicht unhaltbar!! 1. ist das eine demokratische Abstimmung gewesen. Meiner Meinung nach hat die Initiative ohnehin nur so viele Stimmen gekriegt, weil sie die oben genannte Gleichung propagiert haben und es halt cooler und einfacher ist gegen Nazis zu sein als wirklich nachzudenken.
    2. kann man in Namensfrage (auch ohne ein Nazi zu sein) zu der Entscheidung kommen, dass eine Beibehaltung von mehr Geschichtsbewusstsein zeugt, als eine unreflektierte Ablegung, welche eher an Naziverfolgungswahn grenzt als an eine vernünftige, tiefgründige Auseinandersetzung. Ich denke gerade dadurch wird Greifswald als Uni attraktiver als vorher, weil sich zeigt, dass sich dort mit der Vergangenheit auseinandergesetzt wird.
    3. Das übrigens ein Mensch der ca. 150 Jahre vor NS-Deutschland lebt kein Nazi sein kann, steht ohnehin außer Frage und sollte jedem vernunftbegabten Menschen auffallen.

    • 20. Januar 2010 14:50

      Hallo Jan,
      du hättest deinen Kommentar ruhig auf uni-ohne-arndt.de schreiben können, er wäre sicher nicht „zensiert“ worden. Wir lassen nur keine Beleidigungen oder eindeutig rechtsextreme Stellungnahmen zu.
      Zu deinem Kommentar:
      Grundätzlich: Fiete Kalscheuer ist nicht Mitglied der Initiative, nicht einmal Student der Uni Greifswald. Das sollte dir bewusst sein.
      zu 1.: Ich finde es erschreckend, dass du uns immer noch vorwirfst, wir würden Arndt.Befürworter mit Nazis gleichsetzen. Wir haben viele Male das Gegenteil gesagt! Wenn einzelne Studierende etwas anderes behauptet haben, dann war das niemals im Namen und im Interesse der Initiative!
      Übrigens bin ich wütend, dass von Seiten der Arndt-Befürworter immer diese Unterstellungen kommen. Ihr setzt häufig Arndt-Gegner und Initiativ-Mitglieder gleich. Das ist falsch und stellt uns ungerechtfertigterweise in ein schlechtes Licht! Deshalb blieb der Demagogie-Vorwurf stets an uns kleben. Wir hatten nie eine Chance ihn dazu widerlegen, da es zu viele Studierende wie dich, Jan, gab, die trotz gegenteiliger Aussage uns immer wider mit diesem Vorwurf angriffen. Diese Art der Diskussion finde ich unwürdig!
      zu 2.: Ja, man kann unter Umständen zu dem Ergebnis kommen, dass Arndt weiter Namenspatron bleiben soll. Marco Wagner von der Pro-EMAU bin ich für seine Argumentation sehr dankbar, er hat die Debatte auf eine Ebene gebracht, die ind den vielen Jahren zuvor insbesondere von zahlreichen Pro-Arndt-Professoren nie erreicht wurde.
      Gleichwohl komme ich zu einem anderen Ergebnis. Doch dies liegt nicht an einem von dir unterstellte Nazi-Verfolgungswahn, sondern stützt sich auf abstraktere Punkte wie Antisemitismus usw. Die ausführlichere Begründung kennst du vielleicht.
      zu 3.: Zustimmung, die Initiative Uni ohne Arndt hat nie etwas anderes behauptet.

  6. Jan permalink
    20. Januar 2010 19:00

    Hallo Peter,
    ich finde es positiv, dass mein Kommentar auf UoA.de nicht zensiert wurde und glaube Dir persönlich, dass Du nicht alle Umbenennungs-Gegner als rechts ansiehst. Weiterhin ist mir natürlich bewusst gewesen, dass es sich nicht um einen Greifwalder Studenten handelt. Dennoch finde ich die Aussagen unerträglich. Mein Vorwurf an euch ist, dass Ihr so etwas unkommentiert auf eurer Seite stehen lasst.
    Völlig ungerechtfertigt sind meine Vorbehalte gegenüber der Initiative denke ich nicht. Sie basieren darauf, wie ich die Debatte und Streitkultur subjektiv wahrgenommen habe… und da wurde schon unwahrscheinlich häufig, die Antisemitismus-befürworter-totschlagargumentkeule ausgepackt, wenn man sich gegen eine Umbenennung ausgesprochen hat. Dies ist übrigens eine Art der Diskussion, die ich unwürdig finde.

  7. Fiete Kalscheuer permalink
    22. Januar 2010 21:32

    Oh, oh. Jetzt wird mein Kommentar sogar auf der Arndt-AG Seite gedruckt(Verstößt dies nicht gegen mein Recht auf informationelle Selbstbestimmung?). Dann kann ich auch hier noch einmal die Gelegenheit nutzen zu antworten:
    „Ich habe nicht gesagt, dass Arndt-Befürworter Nazis sind. Ich habe lediglich auf die fatale Außenwirkung hingewiesen. Frag mal die Leute in Kiel oder München, was die von der Debatte halten. Im Übrigen hat den Topos „Nazi-Name“ DIE ZEIT eingeführt in einem ihrer Artikel. Ganz unberechtigt ist die Bezeichnung nicht. Schließlich haben letzthin die Nazis der Universität Greifswald ihren heutigen Namen gegeben.“

    Ps.: Ich war zwei Jahre Student an der Uni Greifswald. Im Übrigen kann ich auf Nachfrage gerne die syntaktische Feinheiten meines ersten Kommentars erklären. Etwa die Funktion eines Doppelpunktes.

  8. Jan permalink
    23. Januar 2010 09:36

    Doppelpunkt hin oder her, der Zusammenhang impliziert eine Sympathie bzw eine Unterstützung der These: HGW stimmt für einen Nazinamen, daher sind HGW und erst recht alle Studenten rechts. Schlimm genug dies als Ehemaliger zu verbreiten. Ich habe über 6 Jahre in HGW gelebt und kann das Vorurteil von einem rechten Nordosten erst recht von einer rechten Uni nicht im Entferntesten bestätigen.
    Meine Gespräche mit Leuten aus Münster, Oldenburg, Hamburg und Berlin (zugegeben nicht aus Kiel oder München) zeigen ganz deutlich, dass die Außenwirkung der Abstimmung überaus positiv ist. Man setzt sich in HGW mit der Geschichte der eigenen Uni kritisch auseinander und verleugnet sie nicht, sondern, und das ist der springende Punkt, AKZEPTIERT sie so wie sie ist. Warum alles anrüchige abstreifen wie einen alten Mantel, der einem nicht mehr passt? Dadurch wird das kollektive Gewissen auch nicht reiner. Wir können die Vergangenheit nicht ungeschehen machen und keine Buße tun, indem wir eine Abschafferitis durchs Land gehen lassen welche alles was Nazi-verdächtig ist in die ewige Vergessenheit verdammt!

    Bye the way: Die Sache ist durch, der Senat wird sich für eine Namensbeibehaltung aussprechen und damit sollte der sprichwörtliche Drops hoffentlich gelutscht sein. Ich hoffe die Initiative akzeptiert das und zieht sich zurück(Das momentane schüren eines Gefühls in Greifswald herrsche ein ominöser Fremdenhasses empfinde ich als ekelhaftes Nachtreten) bis in zehn Jahren vielleicht, wenn etwas mehr Zeit nach der DDR-Diktatur vergangen ist die nächste Gruppe Studenten (oder Langzeitstudenten der Initiative 😉 ) kommt, die kritisiert, dass der Name EMA während der DDR-Zeit von Sozis wieder eingeführt wurde…

  9. teilnehemr permalink
    26. Januar 2010 08:28

    Wo finden am Freitag den 29. Januar eigentlich die Feierlichkeiten zu Arndts 150. Todestag statt? Ich hoffe ihr habt da was geplant. Eigentlich sollte da mindestens eine Laudatio zu Ehren Arndts und eine Kranzniederlegung stattfinden.

    • 26. Januar 2010 14:56

      Bisher ist nichts geplant, gerade weil die Meisten aus der AG sich momentan mitten in der Prüfungsphase befinden. Sollte es aber gewünscht sein, lässt es sich sicherlich organisieren.

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