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Zitate

Arndt Zitiert…

Wir möchten an dieser Stelle unsere Ausführungen zu Arndts Demokratieverständnis bzw. zu Arndts Vorstellungen einer Gesellschaft innerhalb einer konstitutionellen Monarchie durch folgende Zitate anreichern.

„Darum müssen wir freie und gesetzliche Deutsche, welchen Aufruhre und Getümmel nie gefallen haben, auf die Pressfreiheit bestehen.“

„Die Pressfreiheit ist der Schirm des Schwachen und Unterdrückten.“

 

„Es ist daher von der größten Notwendigkeit, dass bei der neuen Ordnung des Reichs auch der Posten und Landstraßen und Zölle und Geleite übertriebene Plackereien und Hudeleien abgeschafft werden.“

 

„Alles, was die Verbindung und den Verkehr der Menschen miteinander und die Mitteilung der Gedanken unnötig erschwert, ist ungerecht und muss abgetan werden.“

 

„Bei einem Volke, welches Freiheit und Ehre liebt, ist die geheime Polizei beides: unnötig und unerlaubt.“

 

„Der beste Staat ist derjenige, welcher das meiste freie Leben erweckt und entwickelt und von diesem Leben noch nicht aus den Fugen getrieben wird.“

 

„…das Volk muss wieder mitraten und mitregieren, damit sich wieder rüstige und weise politische Männer bilden, die in Gefahren vor den Riss treten und halten und helfen können. Darum muss sich künftig jede Landschaft in ihren Ständen versammeln, die über die nächsten Angelegenheiten ratschlagen. Jede Landschaft wählt sich selbst ihre unteren Richter in Städten und auf dem Lande.

Jede Landschaft wählt sich für ihre Verwaltung und Polizei besondere Räte, welche als ordentliche Kollegien zusammengesetzt sind.“

 

„ Er (der Fürst) muss sich sein Muss setzen, er muss zwischen sich und sein Volk das Gesetz stellen, das heilige und unverletzliche, das ihn zügele und das Volk schirme. Die fürstliche Notwendigkeit, das Gesetz muss über dem Fürsten sein.“

 

„Ich wenigstens weiß, dass, wenn ich zehn Söhne hätte, ich nicht gern sehen würde, dass einer von ihnen im Frieden Soldat wäre…“

 

„Die Lehre des blinden Gehorsams, die bei stehenden Heeren fast eine notwendige Lehre ist, macht taub, blind und toll für alles.“

 

„Du sollst den stehenden Soldaten und das stehende Soldatenelend und den schimmernden Soldatenprunk des Friedens allmählich abschaffen oder doch so einschränken, dass der Soldat als ein besonderer Stand in Friedenszeiten kaum noch angesehen werde.“

 

(alle Zitate aus: Beherzigungen vor dem Wiener Kongress, 1814)

Arndt über Krieg und Militär:

Ein solcher Soldat, der räuberisch, hartherzig und grausam ist, heißt mit Recht viel schlechter als ein Straßenräuber und sollte wie andere Schandebuben mit Galgen und Rad bestraft werden.

Denn er entehrt den heiligen Stand des Bürgers und macht Stärke und Mut, welche die Menschen beschirmen sollten, zu ihrem Fluch“

Denn der Krieg ist ein Übel und die Gewalt ist das größte Übel.“

Neid und Hass, Eitelkeit und Ehrsucht, Geiz und Wollust muss fern sein von dem, welches für die heilige Freiheit und Gerechtigkeit streitet.“

Und soll der rechte christliche Soldat wild sein wie ein Lamm und mutig wie ein Löwe.“

„Denn wer Tyrannen bekämpft, ist ein heiliger Mann und wer Übermut steuert, tut Gottes Dienst.

Das ist der Krieg, welcher dem Herrn gefällt.

Wer aber für den Tyrannen ficht und gegen die Gerechtigkeit das mordische Schwert zieht, deß Name ist verflucht bei seinem Volke und sein Gedächtnis blüht nimmer unter dem Menschen.

Sondern wo Raben krächzen, da wird er verflucht, und auf dem Rabenstein da glänzt keine Ehre.“

„Der Mensch soll gehorchen mit Freiheit und das Rechte tun, weil es seinem Herzen gefällt.

Und es sind viele Laster schändlich zu nennen, doch das Schändlichste von allen ist ein knechtischer Sinn.

Denn wer die Freiheit verlor, der verlor jede Tugend, und dem zerbrochenen Mut hängen die Schanden sich an.

Wer mit hündischen Sinn das Rechte verschweiget, der umschleicht mit dem Unrecht bald auch das Recht.“

„Denn wen Furcht treibt, wie mag der fröhlich sein? Und wer auf Tugend nicht getrost ist, wie mag der zu Gott beten?“

„Hinter sich aber ließ er (Napoleon) fast sein ganzes Geschütz, und mehr als 100.000 Tote, Verwundete, Gefangene und Versprengte; dazu alle Lazarette voll vieler Zehntausende von Kranken und Verwundeten aus den früheren Schlachten. Auf seiner Flucht von Leipzig nach Mainz verlor er durch Gefechte, Ermattung und Hunger fast noch die Hälfte des übrigen Heeres und brachte von 400.000 Mann, die er seit dem verflossenen Winter wieder in Teutschland zusammen getrieben hatte, nicht mehr als 30.000 Mann über den Rhein, in einem so elenden Zustande, dass die Hälfte davon gewiss durch Krankheiten umkommen wird.

So hatte auch in Teutschland Gott Gericht gehalten über die Bösen.“

(aus: Katechismus für den Teutschen Land- und Wehrmann)

Arndt über die Sprache

 

„Wir, die wir die Protestanten und Evangelischen genannt werden, sind auf das Wort hingewiesen, wir halten uns allein an dem Worte, ohne dass wir im unchristlichen Hochmut behaupteten, dass die Christen, welche andere Weisen gebrauchen, als wir, das Wort nicht hätten, noch verständen.“

„Zuerst ist das Wort Gott selbst, ausgeflossen aus der ewigen Liebe, im Anfang die Welt zu erschaffen und dann die durch Sünde und Lügen verschaffene Welt wieder zu erlösen.“

„So schließt das Wort in unserer herrlichen Sprache, die wohl eine Sprache der Götter und Geister heißen mag, schon die Unendlichkeit alles Lebens und Seins in sich.“

Aber dies ist ja nur das Kleine, was ich andeuten wollte, das Große ist aber jenes Geheimnis, wodurch die Welt geworden von Anfang und Bestehen wird bis ans Ende aller Tage, jenes Geheimnis, das die Frommen wohl wissen und das sich den Einfältigen offenbart, aber den Feinden und Listigen verhüllt, dass die Sprache die Vernunft selbst, dass sie die geistige Ausströmung und Ausblitzung Gottes ist, das in ihr auf eine unbegreifliche Weise die Urkeime alles Seins und Schauens niedergelegt sind, alle Bilder, Blüten, Farben und Scheine der unvergänglichen Welt, die, wie wir von dem Geist in uns erregt werden, täglich und stündlich in uns auf- und untergehen und in begeisterten Herzen blühen und leuchten müssen.

Also wer von dem Worte recht erfüllt ist, der ist von dem All, der ist von Gott erfüllt und so muss denn das Wort von allen Dingen das Blühendste und Bilderreichste sein und bleiben.“

„Wo das Wort in der Rede und Dichtkunst am Mächtigsten und fröhlichsten blüht, da ist ein Volk am kräftigsten und tugendhaftesten.“

(aus: von dem Wort und dem Kirchenliede)

Arndt über Kirche und Religion

 

„Wäre die Kirche nicht so tot und erstarrt gewesen, so hätte ja Luther nicht erscheinen, ja überhaupt nichts scheinen können, wie man in unseren Tagen sagen kann, dass die französische Umwälzung nichts geworden wäre, wenn sie würdige und feste Staaten gefunden hätte.“

Wer du also auch bist, der du über den Unsterblichen leicht absprichst, Papist (Anm. Babtist?) oder Kalvinist, Katholik oder jüngster Mystiker, mute dir nur die Geduld zu, einen Augenblick aus dir und aus deiner Zeit heraus zu gehen und die Menschen und die Zeiten in einen anderen Spiegel zu betrachten und zu sehen, wie Gottes größte Gewalt immer die Größte ist und du wirst eines anderen inne werden.“

„Luther ist der Vater des evangelischen Kirchenliedes oder geistliche Liedes bei dem teutschen Volke, ja nicht allein bei den Teutschen, sondern selbst bei den Fremden, die das protestantische Bekenntnis angenommen haben und von ihm abwärts bis auf Gelbert, Klopstock, Kavater und Novalis ist dieser fromme Klang in der evangelischen Kirche nie verstummt.“

„Vor allen aber ist der Gesang ein Hauptbestandteil des Gottesdienstes. Vor allem aber ist der Gesang immer hoch gehalten, als worin ein reiner Atem und eine freundliche Überlieferung der frommen Männer zu uns herüber wehet, die da gedichtet und gesungen haben, getrieben von dem heiligen Geist.“

„Verstocktheit, Bethörung, Verblendung, Einbildung, dass man in allen Dingen – in einigen war man es auch – weiser und klüger sei als die Vorzeit, das war es und da steckte es.

Bosheit und Gottlosigkeit gottlob bei wenigen.

Aber die Früchte sind freilich herb gewesen, die Folgen beinahe die Selben, welche Bosheit und Gottlosigkeit haben konnten. Man hat das feste Wort Gottes dem Menschen fast unsicher gemacht, den Kern der Religion fast in Spreu verwandelt, die starke, gesunde Speise der alten Katechismen und Gesangbücher weggenommen und immer unkräftigere und wässerigere dafür gegeben – und wie viel noch mehr. Nicht aus verruchter Absicht, nicht gegen das ewige Wort und den ewigen Sohn ward es gerade getan, nicht aus bewusster verruchter Absicht, sondern meistens aus Eitel, Dünkel und Jämmerlichkeit.

Einfalt und Kraft waren dahin in diesem Geschlecht, sie verstanden weder die Tugend, noch die Sprache ihrer Väter, sie fühlten wenig mehr von der unmittelbaren Gewalt des Wortes und von der gläubigen und treuen Kindersprache, die in unseren alten Liedern spricht und klingt.“

(aus: Von dem Wort und dem Kirchenliede)

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